Genesungsbegleiter*in gesucht

Das TWW startet mit Genesungsbegleitung und sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Teilzeit (19,25 Std./Woche) eine*nGenesungsbegleiter*in für die allgemeinpsychiatrische Akutstation in den Kliniken des Theodor-Wenzel-Werks.

Alles Weitere zur Stelle finden Sie hier »

Notwendige Kenntnisse im Umgang mit Psychopharmaka

»Der Titel des vorliegenden Buches ist Programm: Medikamentenbehandlung bei psychischen Störungen und nicht etwa: Medikamentenbehandlung psychischer Störungen. Auch nach sechzig Jahren Psychopharmakotherapie gibt es kein Medikament, das eine psychische Krankheit heilen könnte.

Als die erste Auflage dieses Buches 1979 erschien, war dies eine Binsenweisheit. Seither sind viele Erkrankte und Therapeuten dem von interessierter Seite gepflegten Mythos und eigenen Heilserwartungen aufgesessen, indem sie glauben, Psychopharmaka wirkten ursächlich. Das ist bis zu einem gewissen Grade verständlich, denn manche psychischen Krankheiten sind mit so großem Leid verbunden, dass man glauben möchte, man könnte sie heilen, wenn man nur zum richtigen Medikament greife.

Leider ist das Unsinn. Wir wissen viel zu wenig über die biologischen Hintergründe psychischer Störungen, als dass man auch nur an den Versuch denken könnte, in ihr Ursachengefüge mit Medikamenten eingreifen zu können.

Mit anderen Worten: Psychopharmaka wirken symptomatisch. Das ist kein Grund, sie gering zu schätzen. Zwar lösen die Medikamente die Probleme psychisch kranker Menschen nicht, richtig angewandt können sie ihnen dennoch helfen und dazu beitragen, ihre Leiden zu lindern und ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Medikamente seit Jahrzehnten aus dem psychiatrischen Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Weil das so ist, ist eine kritische – und eine selbstkritische – Haltung angebracht. Umso bedauerlicher ist es, dass viele Therapeuten deutlich weniger Mühen auf den Erwerb von Kenntnissen im Umgang mit Medikamenten aufwenden, als sie sie in ihre psychotherapeutische Ausbildung investieren. Dass Medikamentenbehandlung eine simple Sache sei, ist ein folgenschwerer Irrtum, der viel Leid über die Kranken bringt.«

Resilienz, oder die Fähigkeit zu jonglieren

Welche Kraft bringt uns durch Krisen? Gedanken aus dem Leben

Eines vorweg: Ich, die Autorin, habe weder Psychologie noch Medizin studiert – und bin folglich keine Psychotherapeutin. Dafür kann ich jonglieren. Nicht besonders gut im wörtlichen Sinne (aber man lernt ja nie aus), dafür aber umso besser in dem übertragenen Sinne, in dem es hier gemeint ist. Ich bin als Mensch verdammt resilient. Und aus dieser Perspektive heraus (nicht als professionell Tätige, sondern als resilienter Mensch) schreibe ich diese Zeilen.

Resilienz ist ein Schlüsselbegriff, wenn es um die Bewältigung von (psychischen) Krisen geht. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Und wie kann man diese wunderbare Fähigkeit zur Mobilisierung innerer Kräfte finden und fördern?

Laut Duden beschreibt das Wort »Resilienz« (Substantiv, feminin; Gebrauch: besonders Psychologie):

  • die psychische Widerstandskraft,
  • die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.

Die Fähigkeit zur Resilienz ist es, die uns in schwierigen Zeiten krisenfest macht. Die uns weitermachen lässt, auch wenn das Leben es manchmal nicht so gut mit uns meint. Die Stimme, die uns sagt: Heute war vielleicht ein schlechter Tag, aber es wird auch wieder bergauf gehen! Ein Schutzschirm, der uns hilft, Aufgaben und Probleme zu lösen und sich an Veränderungen anzupassen.

Resilienz ist keine Superkraft. Jeder kann sie lernen, jeder kann sie für sich nutzen. Ein wichtiges Element für eine gesunde Fähigkeit zur Resilienz ist es, sich als selbstwirksam zu erleben. Das bedeutet, dass selbst, wenn wir als Menschen über relativ wenige Dinge im Leben wirklich Kontrolle haben, wir uns das Gefühl bewahren, einer negativen Situation nicht »hilflos« ausgeliefert zu sein. Und »hilflos ausgeliefert« ist man selten. Aus den meisten Situationen finden sich unzählige Auswege, (gangbare) Alternativen; in der modernen Gesellschaft, in der wir leben, kommt man mit Kreativität und Optimismus sehr weit.

Atmen hilft!

Und auch, wenn wir in eine Situation kommen, an der wir wirklich nichts ändern können (Krankheit zum Beispiel), gibt es das passende psychische »Tool« zur Resilienz: Radikale Akzeptanz – das Annehmen dessen, was wir nicht ändern können. Die Buddhistische Lehre sagt hierzu zum Beispiel: »Verschwende keine Wut an Situationen und Menschen, beide sind machtlos ohne deine Reaktion.« Und ein Tipp, den ich direkt aus meinem Kampfsporttraining weitergeben kann – erstaunlich, wie viel man beim Sport über das (gute) Leben lernen kann: Atmen hilft! Immer! Eine kleine (aber besonders feine) Atemübung, die mich durch viele angespannte Situationen getragen hat, ist zum Beispiel das »Atmung im Quadrat«, oder wie die Kampfsportler*innen sagen würden »Warrior Breath«, – übrigens eine Atemübung, die auch SEK-Einheiten beigebracht wird, um ihr Adrenalin unter Kontrolle zu halten).

Unter diesem Link » können Sie die Übung aus unserem Ratgeber »Grenzenlos emotional – Von impulsiv bis Borderline« gleich ausprobieren (und finden noch ein paar mehr Tipps zum »relaxen«.

Und wenn Sie sich zwschendurch eine richtige Atempause gönnen wollen (nur zu empfehlen) finden Sie hier » die Übungen zu Atempausen und Spaziergängen aus unserer Arbeitshilfe »Trost und Hoffnung – Ein Handbuch zur Gruppenmoderation und Selbsthilfe«.

Resilienz ist eine direkte Folge davon, wie bewusst man sich über seine eigenen Ressourcen ist. Ressourcen sind positive Eigenschaften oder Dinge, die einen im Leben unterstützen. Gute Freunde und Bekannte, familiäre Unterstützung, Haustiere, Geldmittel, gute Wohnsituationen, gute Arbeitssituationen, aber auch Charaktereigenschaften, die in einem selbst begründet sind, wie Humor, Offenheit, Optimismus, Fähigkeit zur Akzeptanz. Ja sagen zu dem, was ist. In einer Krise verliert man manchmal seine Ressourcen aus dem Blick, das bedeutet aber nicht, dass es keine gibt. Jeder Mensch hat Ressourcen! Manchmal braucht man nur (therapeutische) Hilfe, um sich dieser Tatsache (wieder) bewusst zu sein, und das ist völlig in Ordnung.

Jonglieren lernen

Aufmerksame Leser*innen werden sich vermutlich so langsam fragen, was das Ganze (was Resilienz) nun mit Jonglage zu tun hat. Es ist ganz einfach. Ich bin das erste Mal in einer mittelmäßigen Jugendserie auf ein Gleichnis gestoßen, das mich mein Leben lang begleitet hat. Der Name der Serie ist mit entfallen. Ich weiß nur noch, dass die Prämisse war, dass Jeanne d’Arc in der modernen Zeit »wiedergeboren« wurde und sich statt mit einer britischen Belagerung mit den Tücken des Lebens an einer High School herumschlagen musste. Natürlich gab es auch eine gottähnliche Figur, die ihr mit Rat (weniger mit Tat) zur Seite stand – sonst hätte man sich ja auch eine beliebig andere historische Persönlichkeit herausfischen können. Und diese Figur gab Jeanne d‘Arc folgenden Rat in einer Situation, in der die Hauptfigur Gefahr lief, von einer Vielzahl von Schwierigkeiten und Anforderungen »überwältigt« zu werden:

»Stell dir vor, du musst eine Brücke überqueren. Diese Brücke kann nur eine bestimmte Last tragen und du kannst sie nur einmal überqueren. Aber du hast drei Dinge bei dir, die du alle mitnehmen musst. Die Brücke trägt nur dein Gewicht und das Gewicht von zweien dieser drei Dinge. Du kannst also nicht alle drei Dinge gleichzeitig tragen und unversehrt über die Brücke marschieren. Was tust du?

Ganz einfach: Wenn du nicht alles auf einmal tragen kannst, dann macht es keinen Sinn, es zu versuchen. Hier macht es nur Sinn, einen Schritt vor den nächsten zu tun (mit Ruhe und Gelassenheit), nicht vergessen, dabei zu atmen, und sich ab und an auch eine richtige Atempause zu gönnen, und vor allem: Du musst lernen, zu jonglieren.«

Zur Autorin:
Melanie Czarnik arbeitet seit 2009 im Psychiatrie Verlag, BALANCE buch + medien verlag. In ihrer Freizeit gibt sie Frauenselbstschutz Seminare und beschäftigt sich generell mit dem Thema Selbstschutz und Frauen-Empowerment.

Wir trauern um unsere Autorin

Michaela Müller | Svenja Bunt

* 14.12.1974   † 08.06.2020

Als Svenja Bunt schrieb sie einen Blog, www.verrueckte-buecher.de, und war Hauptautorin des ersten Ratgebers von Psychiatrie-Erfahrenen für Psychiatrie-Erfahrene, »Das gute Leben und andere Probleme«. Als Klinische Sozialarbeiterin und engagierte Betroffene arbeitete Michaela Müller für einen psychosozialen Träger, erst im Bed & Breakfast und Betreuung, zum Schluss im Bereich Wirkungsorientierung und Qualitätsmanagement. Als Referentin und Dozentin war sie sowohl als Fachperson wie als Betroffene unterwegs, als Michaela Müller und als Svenja Bunt. Die Trennung der Rollen war ihr lange wichtig, erst in letzter Zeit wurde das anders.

Michaela hatte viele Facetten und wurde von vielen geschätzt wegen ihrer umfassenden Erfahrung und ihres profunden Wissens, das vielleicht mit ihrem ersten Beruf zu tun hatte: Sie hatte in Philosophie promoviert und gelernt, alles zu hinterfragen und gründlich zu durchdenken. So war sie eine Gesprächspartnerin, die das Fragen und gemeinsame Weiterdenken fordert und kultivierte, denn sie war fest davon überzeugt, dass wir alle uns weiterentwickeln und wachsen können: 

»Mir hilft es, mich in Entwicklung zu sehen. So wie ein Baum, der immer weiterwächst, sich entwickelt und reift, blüht und Blätter grünen lässt, bis sie sich verfärben und abfallen, um nach einer Ruhepause erneut zu ergrünen. Der Früchte trägt und Heimat ist für Vögel und Mäuse und Käfer. Der auch nach einem Blitzschlag weiterwächst. So versuche ich auch mein Leben zu sehen. Als ein ständiges Wachsen und Sichweiterentwickeln. Auch wenn manches nicht gelingt oder nicht sofort, so kann doch das Lernen, das Wachsen, das Reifen, das Sichweiterentwickeln gut gelingen.«

Aus dem gemeinsamen Ratgeber mit Sibylle Prins, Das gute Leben und andere Probleme

Im Alter von 45 Jahren ist Michaela nun viel zu früh von uns gegangen, wir werden sie sehr vermissen.

Die Redaktion der Psychosozialen Umschau und der Psychiatrie Verlag

Kontaktgespräch Psychiatrie nimmt Stellung zu RKI-Empfehlungen

Mehrere Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie haben dem Robert Koch-Institut, RKI, eine kritische Stellungnahme zu dessen Empfehlung »Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen« übermittelt.

Die Kritik richtet sich gegen eine in den Empfehlungen wahrgenommene Grundauffassung des Lebens von Menschen in Einrichtungen, die die Fortschritte bei der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen u.a. infolge der UN-Behindertenkonvention und des Teilhabegesetzes noch nicht berücksichtigen. Seelisch beeinträchtigte Menschen etwa hätten, wenn sie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen wohnten, heute eigene Mietverträge für ihren je privaten Wohnraum. Die Einrichtungen, früher Heime genannt, seien überdies meistens klein. Die vom RKI in seinem Empfehlungspapier genannten Strategien in diesen Wohn- und Lebensformen, wie z.B. die Bildung von »Kohorten« seien deswegen nicht möglich, in der Sache nicht hilfreich und auch rechtlich nicht durchführbar.

Auch seien die Leitungen von Einrichtungen oder deren Mitarbeitenden weder befugt, gegen den Willen der betroffenen Menschen eine Veränderung ihrer Lebensumstände herbeizuführen, noch, den Vollzug einer vom Gesundheitsamt getroffenen Maßnahme mit freiheitseinschränkender Wirkung durchzusetzen. Dies obliege allein den zuständigen staatlichen Stellen.

Die acht unterzeichnenden Verbände, unter ihnen der BApK, der BeB, die AWO, das NetzG und der Dachverband Gemeindepsychiatrie, zeigen sich auch bestürzt, dass das RKI ambulanten Dienstleistern empfiehlt, keine Personen mit positivem Direktnachweis von SARS-CoV-2 zu betreuen. Diese Aussage stehe in direktem Widerspruch zur Leistungsverpflichtung der Einrichtungen und Dienste und sei für die Betroffenen und ihre Angehörigen menschlich nicht zumutbar.

Auf das Schreiben vom 27. April hat das Robert Koch-Institut bislang nicht reagiert.

Die Stellungnahme finden Sie hier »

Foto: Kunstart.net / pixelio.de

Schreibaufruf zu Magersucht

Menschen mit der Diagnose Magersucht (Anorexie) haben nicht nur eine Essstörung. Es gibt mehr und ganz anderes zu erzählen als über die Beschäftigung mit Essen, Nichtessen, Kalorienzählen und Gewicht. Es gibt andere Geschichten zu berichten als über Zwangsmaßnahmen, Einschränkungen und die Unmöglichkeit, an Dingen teilhaben zu können.

Dieses Buchprojekt hat das Ziel, einen Rahmen für die Erfahrungen von Menschen mit der Diagnose Anorexie zu schaffen. Auch und gerade interessieren uns die Geschichten von Erwachsenen (auch Männern!), die schon längere Zeit mit der Erkrankung leben. Wir wünschen uns Texte zu folgenden Themen: Wie gelingt es Dir, am Alltag teilzuhaben mit und trotz der vielleicht chronischen Erkrankung? Welche Träume, Wünsche und Ziele gibt es in Deinem Leben, auch wenn Du vielleicht nur ganz heimlich an sie denken magst? Wer und was hilft Dir im Alltag?

Angedacht ist eine Veröffentlichung ausgewählter Texte im BALANCE buch + medien verlag. Weil dort nur ein bestimmter Platz zur Verfügung steht, kann dies nicht nur dazu führen, dass wir nicht alle Texte übernehmen können, sondern auch, dass es vonseiten der Herausgebenden oder des Lektorats Anregungen gibt, Passagen zu überarbeiten, bestimmte Themen zusätzlich aufzunehmen oder auch Textteile zu streichen. Nur so kann es möglich werden, dass das Buch als Ganzes lebendig wird und in sich stimmig bleibt.

Die Beiträge sollten möglichst als Word-Dokument abgespeichert werden und nicht mehr als 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Am Ende jeden Textes wäre es schön, wenn Du in 5 bis 6 Stichpunkten noch einmal auflisten würdest, was Dir geholfen hat, den Alltag zu schaffen. Außerdem möchten wir Dich bitten, Magersucht in einem Satz zu beschreiben, der mit folgenden Worten beginnt: Magersucht ist für mich …

Schreib uns bitte auch, ob Du im Falle einer Veröffentlichung bereit bist, dies unter Deinem Namen oder unter Pseudonym zu tun, ob Du ggf. Lesungen machen oder auch Pressefragen beantworten würdest.

Wir freuen uns sehr über Zuschriften und sind gespannt auf Deinen Erfahrungsbericht!

E-Mails bitte an: magersucht@balance-verlag.de

Betreff: Buchprojekt Magersucht

Einsendeschluss ist der 15.09.2020.

Wir werden eine Eingangsbestätigung verschicken, bitten aber um Verständnis, wenn wir erst Mitte Januar 2021 über den Stand der Dinge informieren können: Ob das Buch zustande kommt oder nicht, wer dabei ist oder nicht.

Wir sind:

Christiane Tilly: Ich habe eigene Erfahrungen mit Magersucht seit der Pubertät, derzeit bin ich als Diplom-Pädagogin im therapeutischen Bereich beschäftigt und habe an verschiedenen Buchprojekten mitgearbeitet.

Eckhard Klein: Ich habe erst 2005 verstanden, dass ich Magersucht habe. Da war ich 40 Jahre alt. In diesem Jahr war ich in einer Klinik. Ich war zu der Zeit Redakteur beim NDR. Heute bin ich beim SPIEGEL. Die Magersucht ist noch da. Aber ich habe mich mit ihr arrangiert – mal mehr, mal weniger.

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

#weiterfürSieda: Woche 3 – »Psychose«

Psychosen konfrontieren uns mit Fremdheit und Fremdwerden, mit dem Verlust von Selbst-Verständlichkeit und mit Irrungen und Wirrungen bei der Sinnsuche. Zugleich gestatten und fordern sie aber auch tiefe Einblicke in unser eigenes Menschsein. Die dritte Woche unserer Aktion dreht sich um das Thema Psychose.

Mit neuem kostenlosen Material zu »Bevor die Stimmen wiederkommen«, »Von Goa nach Walsrode« und »Schizophrenie«.

Videos bei #nachgefragt mit Karen-Susan Fessel und einer Lesung von Florian Reisewitz. Im #familienprogramm ist diese Woche die Kinderbuchlesung von »Mamas Püschose. Kindern Psychose erklären«.

Autismus – Das Selbsthilfebuch

Fast alle Autisten vereint das Gefühl, nicht dieselbe Sprache wie ihre Mitmenschen zu sprechen. Wenn eine Diagnose gestellt wird, ist deshalb zunächst die Erleichterung oft groß. Was bleibt, sind vielfältige Überlastungssituationen und der Druck, in der Welt der Nicht-Autisten zu funktionieren.

Dieses Buch gibt Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen einen kleinen Werkzeugkoffer an die Hand: Es regt zu einem bewussteren Umgang mit den eigenen Besonderheiten an, befördert Akzeptanz der eigenen Schwächen und Stärken und vermittelt neues Selbstvertrauen.

Die Welt im Ausnahmezustand – oder warum wir uns ein Beispiel an den Buchen nehmen sollten

Die Welt ist im Ausnahmezustand. Ein Virus, der für die Mehrheit der Bevölkerung zwar nicht gefährlich ist, sich aber rasant verbreitet und für Menschen in den Risikogruppen tödlich verlaufen kann. Das ist der Grund, weshalb auch wir dazu auffordern, den Rat der Expert*innen zu folgen und das soziale Leben auf ein Minimum zu beschränken. So handhaben wir es zurzeit im Verlag. Wer kann arbeitet von zu Hause, besonders jene Kolleg*innen, die Kinder zu versorgen haben oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen müssen.

Das soziale Leben auf ein Minimum zu beschränken und trotzdem psychisch gesund und stabil zu bleiben – wie geht das? Nutzen Sie jetzt die Vorteile, die das digitale Leben bietet. Treffen Sie sich digital. Tauschen Sie sich aus, in sozialen Netzwerken, über Messenger-Dienste – und ganz wichtig und klassisch – über das Telefon. Die Stimme eines geliebten Menschen zu hören ist in Ausnahmezeiten wie diesen ein Heilmittel für die Seele. Kein geschriebener Text der Welt kann diese Art des Kontakts ersetzen. Rufen Sie sich an. Sprechen Sie miteinander. Seien Sie füreinander da. Es ist keine Zeit für Einsamkeit. Es ist eine Zeit für Solidarität und soziales Miteinander über die Grenzen des Physischen hinaus.

Es ist eine Zeit nicht nur an sich selbst zu denken. Menschen leben nicht für das »ich, ich«, sie können nur im »wir« gesund leben. Nehmen wir uns ein Beispiel an einem in Deutschland sehr beliebten Baum für die Neupflanzung von Wäldern. Viele Bäume haben es schwer, im Schatten ihrer Artgenossen zu wachsen und zu gedeihen. Wasser, Nährstoffe, Sonnenlicht sind begrenzte Ressourcen, die Pflanzen sich oft gegenseitig nehmen, wenn sie zum Beispiel zu dicht beieinanderstehen. Die Buche hat dafür eine einfache und geniale Lösung. Die Lösung des »Wir«. Die Wurzeln der Buche verlaufen flach unter der Erdoberfläche und bilden Netzwerke mit den Bäumen in ihrer Umgebung, sodass sie in der Lage sind, alles was sie brauchen, zu teilen. Die großen Bäume, verteilen die Kraft der Sonne unter der Erde an die jungen, kleinen Gewächse, deren Köpfe noch nicht nach oben reichen. Hierbei geht es der einzelnen Buche nicht schlechter, weil sie ihre Ressourcen teilt. Im Gegenteil, je stärker die kleinen Buchen werden, desto besser geht es der Gemeinschaft. Vielleicht können wir uns in dieser Ausnahmezeit bewusst eine Scheibe davon abschneiden. Geteilte Kraft ist keine geraubte Kraft. Geteilte Kraft ist doppelte Kraft, weil wir nur gemeinsam diese Krise überwinden können.

Bücher gegen Corona

Hat das Leben für uns jemals so stillgestanden wie in diesen Tagen? Vieles ändert sich im Moment täglich, unser Rhythmus und unser Alltag sind aus dem Gleichgewicht geraten. Viele Läden sind geschlossen, darunter auch die Buchhandlungen. Doch gerade jetzt ist auch eine Zeit, die man zur Entschleunigung, und ja, auch zum Lesen nutzen kann.
Wir arbeiten weiter und freuen uns über jede Bestellung, die uns erreicht, egal ob per Mail (verlag@psychiatrie.de), Telefon (0221/ 167 989 0) oder über den Webshop. Wir versenden weiter Ihre bestellten Bücher, unsere Auslieferung trifft alle notwenigen vorsorglichen Maßnahmen, um dies zu gewährleisten.
Wenn Sie Ihre Buchhandlung vor Ort unterstützen möchten, können Sie dies tun, indem Sie einfach über den Webshop der jeweiligen Buchhandlung bestellen. Gerade jetzt sind viele auf diese Unterstützung angewiesen.

Und weil es darum geht, zusammenzuhalten und vielleicht einfach eine Freude zu machen, haben auch wir ein Geschenk für Sie. Für alle, die ein wenig amüsante Lektüre gebrauchen können, versenden wir kostenlos das eBook zu »Heiter bis wolkig. Ein Psychiatrieroman«. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Stichwort »Heiter bis wolkig« an: verlag@psychiatrie.de

Foto: jopelka/shutterstock.com

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